Netzwerk

Der aktive Aufbau eines vielseitigen Netzwerkes ist ein wesentlicher Bestandteil der Escola da Esperança. Netzwerkarbeit heißt für uns nicht nur Kontakt und Kommunikation mit anderen Netzwerkpartnern zu halten, sondern unser Netzwerk ist Teil des Lebens und Lernens unserer Schüler.
Wir unterscheiden zwei Ebenen unseres Netzwerkes: Das Lernnetzwerk der Schüler und das Pädagogische Netzwerk der Escola da Esperança. Beide Ebenen funktionieren nach dem Prinzip: „Kooperation statt Konkurrenz“.

Das Lernnetzwerk der Schüler ist nach dem Grundsatz „Lernen im Leben – Ganzheitlicher Kontakt mit den Lerninhalten“ aufgebaut.
In diesem Zusammenhang ist das unmittelbarste Netzwerk die Gemeinschaft Tamera. Die Einbindung der Escola da Esperança in eine innovative und professionelle Arbeitsumgebung (Permakultur und nachhaltige Ökologie, Kooperation mit Tieren, nachhaltige Technologien, internationale Netzwerkarbeit, etc.) bietet den Schülern vielseitige und kontinuierliche Lernmöglichkeiten. Die Anbindung an die Gemeinschaft bietet den Kindern und Jugendlichen zudem ein offenes und zugleich stabiles menschlich-soziales Netzwerk.
Sehr wichtig ist uns auch die Einbindung der Schule in ein regionales Netzwerk. Die Lern- und Kontaktmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen werden durch Kooperationen mit verschiedensten Menschen und Einrichtungen der Umgebung gefördert. So zum Beispiel gemeinsame Theaterkurse mit der öffentlichen Schule im Nachbarort, Praktika in der Backstube, die das Brot nach Tamera liefert, oder auch traditionelles Kunsthandwerk mit einer Künstlerin der Umgebung. Die regionalen Aktivitäten tragen direkt zu einer kulturellen, sprachlichen und sozialen Einbindung der Schüler in die Region Alentejo bei.
Um einen ganzheitlichen und bewussten  Blick auf die Situation der Welt zu bekommen, ist die Escola da Esperança in ein globales Netzwerk eingebunden. Die Kooperation mit anderen  Friedensprojekten auf der ganzen Welt und der Austausch mit anderen Reformschulen sind die Plattform für ein globales Denken und ein offenes Lernen. Einerseits kommen viele erfahrene Friedensforscher und -aktivisten nach Tamera und teilen ihr Wissen und Know-how mit. Andererseits lernen die Schüler durch die „Reisende Schule“ der Escola da Esperança verschiedene Kulturen, Sprachen, Religionen, politische Systeme und Lebensweisen der Menschen auf der ganzen Welt kennen. Im Rahmen der Ausbildungsplattform des Globalen Campus gibt es zum Beispiel einen kontinuierlichen Austausch mit der Favela da Paz in Sao Paulo, Brasilien, dem Friedensdorf San Jose de Apartado in Kolumbien, mit OTEPIC, einem Permakultur-Projekt in Kenia, und einem entstehenden Friedensdorf im Nahen Osten, dem PRV.

Das pädagogische Netzwerk der Escola da Esperança  soll eine Plattform für innovative Schulen und Kinder- und Jugendprojekte auf der ganzen Welt werden. Es geht uns dabei vor allem um die Einleitung einer globalen Bildungsrevolution für die Zukunft der Kinder, der Menschheit und unseres Planeten Erde. Wir möchten aktiv mit revolutionären Schulen und Kinderprojekten, Lehrern und Pädagogen und natürlich mit den Eltern zusammenarbeiten. Durch breite Kooperation und gegenseitige Unterstützung möchten wir uns global für neue Bildungsinhalte, neue Lernformen und ethische Grundlagen für Kinder einsetzen.
Für den Aufbau der Escola da Esperança stehen wir zur Zeit im Austausch mit verschiedenen Reformschulen aus Portugal, der Schweiz, Deutschland und Österreich (bspw. Escola de Ponte, Internationale Schule Aljezur, Harpa, Rede-Educaçao-Viva, Schule für Offenes Lernen, Lernwerkstatt, Monterana,...). Auch der Reformpädagoge José Pacheco aus Brasilien und andere Visionäre unterstützen uns.
Für den weiteren Aufbau des pädagogischen Netzwerkes veranstalten wir alle zwei Jahre ein internationales Bildungssymposium in Tamera. Das ist eine Plattform, auf der Pädagogen, Eltern und Interessierte aus der ganzen Welt ihre Projekte vorstellen, miteinander Kontakt aufnehmen und einen weiteren Schritt hin zur gemeinsamen globalen Bildungsrevolution machen können. Das nächste Bildungs-symposium findet voraussichtlich vom 2. bis 6. April 2015 statt.